Jean Clareboudt, geb. 1944 in Lyon/Frankreich, gest. 1997
»Windberg« lautet seit jeher der Name der nur 90 Meter hohen Endmoräne zwischen den Dörfern Ilhorn und Sprengel. In der flachen Gegend bot sich hier ein weiter Ausblick in die Landschaft.
Jean Clareboudt besetzt diesen Platz an seiner höchsten Stelle mit einem kreisförmigen Areal aus Findlingen. In der Mitte wurde eine gewaltige Ringscheibe aus rostigem Stahl leicht schräg auf drei übermannsgroße Findlinge aufgesetzt. Formensprache und Materialität der Installation lassen an ein Observatorium, Schutzschild, Opfertisch oder Kultplatz denken.
Diese Anhöhe ist für den Künstler einer jener Orte, »deren Topografie eine Herausforderung jenseits jeglicher nützlicher Aktivität bedeuten und die daher häufig spielerische und spirituelle Sehnsüchte in sich bergen und extrem damit belastet sind.«
Trotz seiner Monumentalität wirkt das Objekt nicht als Fremdkörper, sondern bietet Resonanz für Aspekte des exponierten Standorts. Farbe und Wirkung von Stein und Metall verändern sich unter dem Einfluß von Tages- und Jahreszeiten. Klettert man über die Findlinge hinweg, gelangt man zu einem höhlenartigen Raum unter der Ringscheibe. Licht fällt durch die Öffnung. Auf das Metall prasseln Regen und Hagel; der Wind pfeift darüber hinweg.
Katalog: Jean Clareboudt, Windberg. Texte: P. M. Bode, G. G. Lemaire, J. Clareboudt, 1981, 40 S. € 6 / Mitgl. € 5